Geschichte

Im September 1937 haben 12 Männer aus Schötz den Jodlerklub Bärgglöggli gegründet. Damit ist der Verein einer der ältesten und traditionsreichsten Jodlerklubs der ganzen Umgebung.

Was ist geblieben und was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert? Das Ideal des gemeinsamen Singens, die Kameradschaft, der Mutz und auch die vielfältige Zusammensetzung des Vereins wurden über all die Jahre bewahrt. In den Dreissiger Jahren mag es sensationell gewesen sein was heute als Selbstverständlichkeit gilt, dass nämlich Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft, verschiedenem beruflichem Hintergrund und divergierender politischer Ausrichtung ein Miteinander aufbauen können, das gehalten hat und hält.

Entgegen einer weit verbreiteten Meinung waren es 1937 nicht etwa zur Hauptsache Landwirte, die den Jodlerklub gründeten. Vielmehr waren es zumeist Handwerker und Unternehmer, Bäckermeister Josef Frey und die unvergesslichen Grafbrüder, Franz, Sepp, Toni und Kari, ihres Zeichens Schlosser, die in Schötz eine kulturelle Lücke schlossen, musikalische Frohnaturen, die sich von nun an zum gemeinsamen Singen trafen. Weitere Gründerväter waren Jakob und Hermann Bossardt, Toni und (Chappi-) Sepp Bossart, Seppi Müller, der Kanzlist Franz Stalder und Elektromeister Werner Roth. Und die Leitung wurde, man höre und staune, einer Frau übertragen; Marie Stocker aus Nebikon war die erste Dirigentin. Die Tatsache, dass die erste Probe an Allerheiligen stattfand, will nicht etwa besagen, dass die Jodler besonders fromm waren, aber immerhin hat das Singen in der Kirche beim Bärgglöggli eine lange Tradition. Noch im Gründungsjahr wurde das erste Konzert gestaltet, aber verständlicherweise haben die Weltwirtschaftskrise und die schwere Kriegszeit auch das Vereinsleben in Mitleidenschaft gezogen, und so ist es nicht verwunderlich, dass erst im Jahre 1946 das erste Fest besucht wurde, und zwar gleich das Eidgenössische in Luzern. "E Wunsch" von Robert Fellmann war die Liedwahl und der Komponist examinierte das Lied vor dem Auftritt gleich selbst. Wen wunderts, dass gleich ein "Sehr gut" herausschaute, besser hätte der Startschuss für den jungen Verein gar nicht sein können!

Höhepunkte im Vereinsleben waren neben den Jodlerfesten, die der Jodlerklub fast alle besucht hat, die Jahreskonzerte, Vereinsausflüge im In- und Ausland sowie die schönen Freundschaften mit Vereinen in Deutschland und sogar Neuseeland. Was hat sich verändert? Die Literatur vielleicht, natürlich auch manches Gesicht. Die Feste wurden grösser und aufwendiger, die musikalischen Anforderungen sind wie überall gestiegen. Die Feste sind gewachsen und anspruchsvoller geworden, die musikalischen

Anforderungen haben zugenommen. In der schnelllebigen Zeit sind die ursprünglich festgelegten 14 Mitglieder pro Klub bei Wettvorträgen heute flexibel. Es ist wichtig, an Traditionen festzuhalten und die Verpflichtungen zu würdigen, die mit dem 40. Wiegenfest 1977 und der Organisation des Zentralschweizer Jodlerfestes verbunden sind. Dieser unvergessliche Anlass wäre ohne die tatkräftige Unterstützung der gesamten Bevölkerung von Schötz nicht möglich gewesen.

Der 50. Geburtstag im Jahr 1987 wurde mit einem Jubiläumsfest in der neuen Turn- und Mehrzweckhalle gefeiert. Es begann mit einem volkstümlichen Unterhaltungsabend, gefolgt von einem umfangreichen Festprogramm mit Beteiligung des HJV. Abgerundet wurde die Feier durch ein „Dörfliobe“.

Im Jahr 1997 feierten wir unseren 60. Geburtstag. Anlässlich dieses besonderen Ereignisses unter dem Motto „Mer säge Dank“ wollten wir uns bei unseren treuen Jodlerfreunden und der Schötzer Bevölkerung für ihre Unterstützung und Treue bedanken. Dazu organisierten wir verschiedene Veranstaltungen und erstellten eine spezielle „Fäscht-Zytig“. Eine Jubiläums-CD rundete das Fest ab.

Das 70-jährige Jubiläum im Jahr 2007 wurde mit einem Jubiläumskonzert sowie einem Weihnachtskonzert gefeiert. In den Pfarrkirchen Schötz und Langnau bei Reiden wurden Weihnachtslieder von Dölf Mettler und Willi Valoti aufgeführt, alles in einem kleineren Rahmen.

Im Jahr 2012 wurde das 75-jährige Jubiläum gebührend gefeiert. Unter dem Motto „Schwiizer Bruuchtom & Tradition“ fand im Schulhausareal, gemeinsam mit dem HJV und zahlreichen Gästen, ein unvergessliches Dorffest statt. Der ZSJV überbrachte zur Feier die Wappenscheibe des Verbandes. Für das Fest wurde eigens eine Jodlerbrattig geschrieben, und auch ein Jubiläumsgottesdienst war Teil der Feierlichkeiten. Abgerundet wurde das Jubeljahr mit einem Jubiläumskonzert und einem Weihnachtskonzert zusammen mit der BrassBand Schötz.

Das 80. Wiegenfest im Jahr 2017 war von einer gemütlicheren Atmosphäre geprägt. Die Jubiläumsreise bot Raum für Entspannung, während das Jubiläumskonzert einen besonderen Höhepunkt setzte, bei dem das neue Vereinslogo präsentiert wurde.

Im Jahr 2018, 41 Jahre nach dem 35. Zentralschweizerischen Jodlerfest, organisierte ein 51-köpfiges OK unter dem Motto „Zyt för Frönde“ das 62. Zentralschweizerische Jodlerfest in Schötz. Dieses Fest war ein Novum durch den Zusammenschluss mit den Freunden alter Traktoren Schötz als Trägerverein, was es in dieser Form zuvor nicht gegeben hatte. Vom 22. bis 24. Juni lockte das Fest bei besten Wetterbedingungen rund 75.000 Besucherinnen und Besucher nach Schötz. (schwyzkultur.ch) Dieses unvergessliche Ereignis wird von der gesamten Bevölkerung in und um Schötz noch lange in Erinnerung bleiben.

Die Kameradschaft und der grosse Idealismus führten dazu, dass der Klub über all die Jahre zu einer blühenden Gemeinschaft wuchs. Ein treuer Begleiter, der uns stets zur Seite stand, ist unser Berner Mutz.

Eine von Anfang an gewachsene Tradition ist unsere Tracht, der „Berner Mutz“, der uns all die Jahrzehnte treu begleitet hat.